Chronik der Jahre 1960-1969

1960

Die Mitgliederversammlung beschließt die Einstellung einer bezahlten Geschäftsführerin (Friedl Kaiser). Die ebenfalls beschlossene Anschaffung eines Kompressors ist bis heute nicht realisiert, da man sich trotz der Arbeit eines speziellen Ausschusses nicht auf Verleihbedingungen einigen konnte.

Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin belegen STC Mitglieder nur noch bei den Damen die beiden ersten Plätze im Slalom und zwar Gerhild Grimm (1.) und Inge Lorenz (2.). Wolfgang Vieweg wird im Slalom Dritter. In der Tauchstaffel belegt die Mannschaft des STC ebenfalls den dritten Platz. (siehe Zeitungsartikel).

Unter der Federführung von Rainer Schwarz entsteht beim VDST das Konzept zum Deutschen Tauchsportabzeichen. Neben der auch vom STC beim VDST initiierten Tauchsportversicherung und der Einführung von Ausweisen entsteht somit ein weiterer wichtiger Baustein im VDST.

Beim Klaus-Wissel-Gedächtnistauchen wird erstmals ein Wettbewerb (UW-„Spiel“): „Jagd auf große Fische“ durchgeführt.
Zweier-Teams müssen möglichst viele versteckte nummerierte Holzstäbe finden. Dabei kann es passieren, dass die Mannschaft statt einen Preis zu bekommen, den Kampfrichtern eine Runde Schnaps zahlen muss, wenn sie das Pech hat, einen gemäß seiner (vorher natürlich nicht bekannten) Nummer unter Naturschutz stehenden „Fisch“ mitzubringen. Es reisen viele Gäste an, ein Filmbericht wird am 2.5.1960 in der Abendschau gezeigt.

Ein wichtiges Ereignis für unseren Club ist der Umzug in das neue Südbad an der Valleystraße, wo uns außer dem großen Becken mit 3,75 m Tiefe (Volksbad nur 2,85 m) auch das Lehrschwimmbecken zur Verfügung steht.

Neben dem jährlichen Maskenball und den Seepferdchen-Wettbewerb (Frühjahr und Herbst) wird erstmals ein Fotowettbewerb durchgeführt und ein Skiausflug nach Lenggries geplant.

Der Amazonas-Verein führt eine Gebühr für die Mitglieder ein, der langjährige Vorstand Hr. Stucken übergibt sein Amt an Herrn Huber (siehe Rundschreiben)

Mitgliederversammlung:
Anstelle des zurückgetretenen Bodo Ciolina wird Herbert Frühschütz 2. Vorstand.
Der STC hat nun 174 Mitglieder, davon 34 Jugendliche. Rainer Schwarz stellt die von ihm initiierte Tauchsportversicherung vor.
Es wird wieder ein Geschäftsbericht verfasst.

Das 10-jährige Jubiläum des STC wird in Anwesenheit von Vertretern der Stadt München und des VDST-Präsidenten Jens Peter Paulsen mit 180 Mitgliedern und Gästen in den Gaststätten des „Deutschen Theaters“ gefeiert. Zu diesem Anlass erscheint auch eine Jubiläumsschrift.

1961

Der STC hat nun schon 60 Gerätetaucher in seinen Reihen, das ist ein Drittel aller Mitglieder (172 Mitglieder, davon 24 Jugendliche).

Außerordentliche Mitgliederversammlung:

Die Marschroute für die Delegierten zur VDST-Verbandstagung in Stuttgart wird festgelegt. Es wird beschlossen, künftig keine Beiräte mehr zu wählen, sondern die Referatsleiter zu Mitgliedern der Clubleitung zu machen.

VDST-Verbandstagung in Stuttgart:

Die vom STC (Rainer Schwarz) vorgeschlagenen Punkte: Tauchsportversicherung und Deutsches Tauchsportabzeichen werden beschlossen.
Karin Kurth wird Zweite im Streckentauchen, Paul Weltmeier, Manfred Biller und Sigi Köster werden Sieger beim Fotowettbewerb des VDST. Die komplette Delegation des STC kann jedoch den Sieg im Gesellschaftsabend um 6 Uhr morgens erringen, nachdem die anderen Vereine bereits um 1 Uhr das Handtuch werfen mussten.

Bodo Friessl verunglückt an der französischen Riviera tödlich. Paul Weltmeier hat einen schweren Deko-Unfall, er ist erst nach längerem Krankenhausaufenthalt wieder gehfähig. Er verfasst einen sehr interessanten Bericht.

Aufgrund des sich immer zahlreicher ansammelnden Materials wird eine Bild- und Filmstelle beim STC geschaffen. Dr. Binner übernimmt das ebenfalls neue Referat „Ärztliche Betreuung“.

Beim Antauchen am Badersee wird wieder der Wettbewerb „Jagd auf große Fische“ mit ca. 80 Tauchern durchgeführt. Ebenfalls im Badersee findet das erste „Abtauchen“ unseres Partnervereins aus Stuttgart statt. Auf dem Oktoberfest ist eine Box für die Mitglieder des STC reserviert. Es finden wieder Seepferdchen-Meisterschaften und ein Fotowettbewerb statt.

Highlight des Jahres ist wieder der Faschingsball unter dem Motto „Die größte Schau der Welt“.

Mitgliederversammlung mit 80! Teilnehmern. Es wird wieder ein Geschäftsbericht verfasst.

Jahresabschlussfest im Künstlerhaus: Rainer Schwarz, Christian Rackerseder und Herbert Frühschütz werden als erste mit der neugeschaffenen Ehrenna­del des STC ausgezeichnet.

1962

Hermann Baur ist nach dem Rücktritt von Herbert Frühschütz alleiniger Vorstand des STC.

An der Mitgliederversammlung nehmen außer der Clubleitung nur 26 Mitglieder teil. Daraufhin kündigt der Vorstand Hermann Baur tief enttäuscht an, bei der nächsten JHV nicht mehr zu kandidieren. Er wird sich aber im Jahr 1963 nochmal für nur ein Jahr umstimmen lassen.

Der Faschingsball steht unter dem Motto „die tanzenden Seepferdchen“ oder „Die Nacht der langen Schnorchel“.

Es werden wieder Seepferdchenturniere im Frühjahr und Herbst durchgeführt, auch der Fotowettbewerb steht wieder auf dem Programm. Auf dem Bundeswettbewerb erreicht Harry Beer im Tauchslalom den 2. Platz und Ilse Teske den 3. Platz in 100m Flossenkraul.

Bei der Jahresabschlussfeier ist der Saal mit 180 Teil­nehmern fast überfüllt.

Der Schwerpunkt des Clublebens hat sich offenbar auf die Geselligkeit verlagert (siehe auch Geschäftsbericht). Für das nächste Jahr wird geplant, einen Veranstaltungskalender mit Inseraten zu drucken und neben den Mitgliedern auch an befreundete Tauchvereine und Geschäfte zu schicken.

1963

Ortwin Sacher-Woenckhaus hält nach mehrjährigem Aufenthalt in Nordafrika in einem wieder überfüllten Saal einen Lichtbildervortrag über seine Taucherlebnisse im Roten Meer und im Mittelmeer.

Der Skiausflug nach Kelchsau mit Abfahrtslauf wird ein Riesenerfolg! Clubausfahrt sollte dieses Jahr an den Gardasee nach Bardolino gehen, wird aber wegen zu wenigen Teilnehmern abgesagt. Dafür geht es nochmal an den Bader- und Trollsee. Auch dieses Jahr wird wieder eine Box auf dem Oktoberfest gebucht.

Unser Taucherball „Der große Fischzug“  im Künstlerhaus ist nach übereinstimmender Meinung aller Teilnehmer das schönste Fest, das der STC jemals veranstaltete.

Unser junger Clubkamerad Alfred Egner wird von gewi­ssenlosen Schatzsuchern zu einer nächtlichen Suchaktion im Toplitzsee angeheuert. Er taucht (angeseilt) alleine und kommt in ca. 70 m Tiefe ums Leben.

Mitgliederversammlung:

Der Monatsbeitrag für A-Mitglieder wird auf DM 6,00 er­höht, die übrigen Beiträge bleiben. Die Mitgliederzahl ist auf 154 gesunken.

Die neue Geschäftsstelle in den Räumen unseres Veranstaltungswarts Albert Lechner in der Baaderstraße wird eröffnet. Die Geschäftsführung, Frau Friedel Kaiser, tritt zurück und übergibt den Staffelstab an Frau Margot Lechner. Die Clubleitung hält dort ihre Sitzungen und wöchentlichen Sprechstunden ab. Auch Bücher aus der Clubbibliothek können dort ausgeliehen werden.

1964

Mitgliederversammlung:

Der STC hat nur noch 144 Mitglieder. Der Vorstand gibt auf. Der Geschäftsbericht ist dem entsprechend sehr kurz. Rainer Schwarz und Christian Rackerseder erklären sich bereit, die Geschicke des STC nochmals in die Hand zu nehmen, bis sich eine neue Vorstandschaft findet.

Wieder geht es auf das Klaus Wissel Antauchen, einigen Clubausflügen, z.B. für ein Wochenende an den Mösener See oder an den Portovenere bei La Spezia und auch wieder auf das Oktoberfest. Neben Seepferdchen-Wettbewerben wird auch wieder ein Fotowettbewerb durchgeführt. Der Faschingsball hat das Motto „Die Nacht der Seepferdchen“.

1965

Außerordentliche Mitgliederversammlung:

Einziger Tagesordnungspunkt: Austritt aus dem VDST – der VDST will den Monatsbeitrag von 1 DM auf 1,25 DM erhöhen. Der Antrag wird abgelehnt, jedoch soll auf der VDST-Tagung der Vorsitzende Paulsen nicht mehr unterstützt werden. Das Vorhaben scheitert, weil der Ersatzmann nicht bereit ist zu kandidieren.

VDST-Mitgliederversammlung:

Rainer Schwarz tritt als Vizepräsident zurück und über­nimmt das neue Referat Tauchsportrecht. Die DTSA-Bedingungen werden endlich verabschiedet. Der STC nimmt nach Pause wieder an den Bundeswettbewerben teil und erzielt beachtliche Plätze.

Beim Antauchen am Badersee wird ein Harpunen-Preisschießen auf eine Scheibe durchgeführt, auch aufgrund vieler Gäste ein gelungenes Fest.

An den  Herbstwettkämpfen und den Seepferdchen-Wanderpokalen nehmen 37! Clubmitglieder teil. Aufgrund eines Ohnmachtsanfalls beim Streckentauchversuch wird die Badeordnung für das Südbad neu formuliert.

Der Faschingsball hat das Motto „Die Nacht der Seepferdchen„.

Bei der Jahresabschlussfeier werden wie immer die Gewinner der Seepferdchen-Wettkämpfe und des Fotowettbewerbs geehrt.

1966

10-jähriges Jubiläums-Antauchen im Badersee:

Alle deutschen, österreichischen und Schweizer Tauchclubs werden dazu eingeladen, über 200 Teilnehmer aus Berlin Coburg, Ebingen, Friedrichshafen, Heilbronn, Münster, Nördlingen, Nürnberg, Oberstdorf, Peiting, Regensburg, Singen, Stuttgart, Bad Tölz, Zürich und München kommen. Am neuen Wettkampf „Ballontauchen“ nehmen 17 Teams aus 8 Clubs teil. Überlegene Sieger werden Jürgen Bauer und Paul Cerwinski vom STC. Auch der 3. und der 4. Platz gehen an Mitglieder unseres Clubs. Der neue Wettkampf findet begeisterte Aufnahme bei Teilnehmern und Zuschauern.

Der 1. Vorsitzende des DUC Berlin Horst Laskowski schreibt: Endlich ein Spiel, bei dem es nicht nur auf freitaucherische Kondition und Geschicklichkeit, sondern auch auf überlegtes und diszipliniertes Zusammenarbeiten des Teams ankommt und bei dem der Leitspruch „Tauche nie allein“ sinnvoll geübt wird.

Ein Film zeigt das Event, dieses Jahr mit den Gewinnern Jürgen Bauer und Paul Czerwinski:

Wie immer ist der Faschingsball ein großer Erfolg.

 

An den Herbstwettkämpfen nehmen auch heuer wieder 36 Clubmitglieder teil. Die STC-Aktivitäten haben sich offenbar wieder mehr auf das sportliche Tauchen verlagert.

Die Mitgliederzahl ist auf 132 abgesunken.

1967

Die Frist, die Rainer Schwarz und Christian Rackerseder dem STC gesetzt haben, ist abgelaufen. Junge Mitglieder sollen die Vorstandschaft übernehmen.

Tatsächlich gelingt dies. Helmut Drache und Jupp Fischer werden zu neuen Vorständen gewählt. Erstmals wird außer dem gewohnten Fotowettbewerb auch ein Filmwettbewerb veranstaltet.

VDST-Verbandstagung 1968:

Der STC übernimmt die Ausrichtung der Veranstaltungen. Die Herbst- und Wintermonate sind mit der Vorbereitung der VDST-Verbandstagung und der Meisterschaften ausgefüllt. Auch eine aufwendige Festschrift (mit Farbfotos!) wird erstellt.

Unser Mitglied Georg Wilke baut ein Zweimann-U-Boot. Da er keine Genehmigung zum Einsatz in einem bayerischen See bekommt und ein Transport nach Österreich zu teuer ist, muss er es wieder verschrotten. Die Presse in Bayern und Salzburg berichtet über sein Pech.

Auf dem Klaus Wissel Gedächtnistauchen wird wieder mit der Unterwasserjagd nach gefüllten Ballonen ein tolles Programm geboten. Clubfahrten gehen u.a. an den Echinger Mauka Weiher und an den Kochelsee.

Im Sommer geht es zu einer Floßfahrt, eine Riesengaudi. Wie immer gibt es Seepferdchen-Wettbewerbe und einen Foto- und Filmwettbewerb.

Im Dezember wird für ein Schwimmfest des Damen Schwimmvereins München von 1903 eine Vorführung des STC gezeigt. Am 12. Dezember findet dann der alljährliche Abschlussball statt.

Bei den Tauchkursen nehmen Schüler vom Sport-Scheck teil, daher kann der Preis für die eigenen Mitglieder etwas reduziert werden (auf 15 DM ohne eigenes Gerät bzw. 8 DM mit eigenem Gerät).

Insgesamt ein sehr erfolgreiches Jahr für den STC mit einer neuen Vorstandschaft und der Vorbereitung der VDST Bundestagung mit Bundeswettbewerb geht zu Ende. Die Mitgliederzahl hat sich wieder auf 143 erhöht.

1968

VDST-Verbandstagung in München:

Die Zeitschrift „Delphin“ berichtet begeistert über die perfekte Organisation der Tagung, der Wettkämpfe im Nordbad und des Rahmenprogrammes. Vor allem die Tatsache, dass wir unmittelbar nach der Siegerehrung bereits die maschinengeschriebenen und vervielfältigten Wettkampfprotokolle ausgeben können, wird als „vortreffliche organisatorische Leistung“ bezeichnet.

Bei dieser Tagung wird dem ausscheidenden VDST-Präsidenten J. P. Paulsen erstmals die höchste VDST-Auszeichnung, die Ehrennadel in Gold, verliehen.

Der “Delphin“ schreibt dazu weiter:

Leider hatte die Tagung einen Schönheitsfehler: m.E. wurde im Trubel der Ereignisse etwas vergessen; ich meine das Versäumnis, zwei verdiente Persönlichkeiten des Deutschen Tauchsports ihrer Verdienste gemäß zu ehren. Die Leistungen von Dr. O.F. Ehm und Rainer Schwarz hätten ihre entsprechende Würdigung finden sollen. Nun, Versäumtes lässt sich nachholen.

Auch in der sz erscheint ein Artikel über die Tagung und den STC.

Der Faschingsball steht unter dem Motte: „Eine Nacht in der Druckkammer“

Unser Mitglied Georg Wilke verfasst einen Aufsatz über die Meeresforschung in Deutschland.

Rainer Schwarz erfindet das Windsurfing. Leider gibt es in Deutschland keinen Hersteller, der den Kunststoff herstellen kann. Die Idee wird mit einem anderen Segel dann später in den USA umgesetzt. Damit ereilt dem Surfboard von Rainer Schwarz dasselbe Schicksal wie dem Fax, dem Farbfernsehen oder dem Computer: gute Ideen, aber umgesetzt von anderen.

Der Mitgliederbestand ist auf 159 angestiegen.

1969

Die Mitgliederversammlung lehnt den Antrag einiger Clubkameraden auf Austritt aus dem VDST erneut ab.

Clubfahrt an den Achensee bei 20 cm Neuschnee.

Beim Badersee-Fest nach dem Klaus-Wissel-Gedächtnistauchen (mit Unterwasser-Ballon-Jagd) wird ein Gaudi-Fußballspiel zwischen dem STC und unseren Gästen ausgetragen. Bei jedem Tor muss getrunken werden, ansonsten kann getrunken werden.

Wegen Harpunierens (keine Clubmitglieder beteiligt!) werden in den umliegenden Seen zunehmend Tauchverbote ausgesprochen. Dem Vorstand gelingt es, mit dem Fischereiverband Abmachungen zu treffen, die uns das Tauchen in vielen Baggerseen wieder erlauben.

Im Herbst findet eine Bildersuchfahrt statt.

Der STC hat nun 170 Mitglieder.

Das Clubmitglied Carlos Weil von der Ahe erinnert sich an die damalige Zeit (1970 ausgetreten, da er sich auf das Segeln konzentrierte):
Ich erinnere mich gerne an Rainer Schwarz, Christian Rackerseder „Racki“ ( das „Afterglühen“ nach dem Training fand im Soller Hof statt, später 1970 habe ich ihn wieder auf Mallorca bei Cala Ratjada getroffen wo er und seine Frau ein größeres Hotel hatten). Martin Waldhauser besaß damals die Dessauer Buchhandlung in der Maximiliansstrasse. N Paintner, Wilfried Böhmeleit, Helmut Drache, Hermann Bauer sind noch ein paar Namen die mir einfallen. Helmut Drache war ein unglaublich netter Typ.